Standpunkte

Urner Interessen

Uri braucht eine starke Interessenvertretung in Bern

 

2003 haben mich die Urnerinnen und Urner als erste Frau in den Nationalrat gewählt. Damals bin ich mit dem Anspruch angetreten, die Sorgen und Nöte unseres Kantons nach acht Jahren Regierungserfahrung aus vorderster Front zu kennen. Diese Erfahrung ist mir in Bern tatsächlich zugut gekommen. Die Urner Interessen sind in mir verinnerlicht. Das Beziehungsnetz in Uri und Bern ermöglicht es mir, auf dem nationalen Parkett wirkungsvoll zu agieren, wenn ein Entscheid mit Auswirkungen auf unseren Kanton ansteht. In den letzten Jahren habe ich mich in diesem Sinne ganz besonders und auch erfolgreich für die Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA), für zusätzliche Leistungen des Bundes zur Behebung der Schäden des Unwetters 2005, für die NEAT-Vorlagen, für die Güterverkehrsverlagerung und auch zugunsten des Tourismusprojekts in Andermatt engagiert.

 

Auch in den kommenden Jahren stehen in den eidgenössischen Räten wichtige Urner Themen an. So drängt ein Entscheid über die Sanierung des Gotthardstrassen-Tunnels und über die damit verbundene Frage des Baus einer zweiten Strassenröhre. Andererseits wird schon bald die Botschaft des Bundesrates zu „Bahn 2030“ Diskussionsstoff bilden, mit welcher endlich die NEAT-Zufahrten in Angriff genommen werden müssen. Als Urnerin liegen mir aber auch die Anliegen der Berglandwirtschaft am Herzen. Deshalb engagiere ich mich schon seit 2003 im Vorstand der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB).

 

Liberale Politik aus Überzeugung

 

Selbstverständlich geht es im Nationalrat nicht immer ausschliesslich um die Interessen Uris. Ich vertrete im Parlament auch mit Überzeugung freisinnige Positionen. Seit 2008 präsidiere ich die FDP-Liberale Fraktion der eidgenössischen Räte – eine Herausforderung, aber eine Aufgabe, die Freude macht. Fraktion und Partei haben ein Fundament, das ich mit Überzeugung mittrage, nämlich die zentralen liberalen Werte: Freiheit, Selbstverantwortung und Gerechtigkeit. Diese Grundwerte waren bei der von Freisinnigen geprägten Gründung des Bundesstaates im 19. Jahrhundert aktuell und sie sind es heute noch. Wir haben aber die Tendenz, diese Werte als selbstverständlich gegeben anzuschauen. Aber das sind sie nicht. Wir müssen immer wieder um sie kämpfen.

 

Keine Gesellschaft der Vergangenheit hatte so viele Freiheiten wie die unsrige. Damit umzugehen, ist gar nicht so einfach. Denn Freiheit löst nicht auf wundersame Weise alle Probleme. Freiheit schafft zusätzliche Probleme. Freiheit macht Gesellschaften komplex und schwierig zu verwalten. Es gibt keine einfachen Lösungen, weil die politische, wirtschaftliche und kulturelle Realität vielfältig und verflochten ist. Aber Liberale zeichnen sich durch Optimismus aus und suchen unermüdlich nach besseren und gerechteren Lösungen für die verschiedensten Lebensbereiche. Deshalb ist die FDP.Die Liberalen eine Reformpartei. Liberale glauben an die Möglichkeit, in einer komplexen Welt vernünftige Lösungen zu finden. Deshalb haben Liberale auch keine Angst vor Forschung oder Fortschritt durch die wirtschaftliche Globalisierung. Liberale haben den Mut zur Chance, anstatt sich mit Risiken herauszureden.

 

Eckpunkte einer liberalen Politik für das 21. Jahrhundert, Referat anlässlich des Symposiums „Welchen Liberalismus für das 21. Jahrhundert?“, organsiert von der FDP.Die Liberalen Freiburg, Universität Miséricorde, Freiburg, 19.02.2011 (PDF zum Download)

 

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